Umfrageergebnisse "ARBEITEN IM HOMEOFFICE" im Januar 2021

Einleitung

Das Thema Home-Office ist angesichts der Corona-Krise in aller Munde und nimmt insbesondere im Bereich der Steuerberatung derzeit viel Raum ein. Als systemrelevante Branche herrscht seit vielen Monaten Hochkonjunktur. Viele Kanzleien standen im Frühjahr des Jahres 2020 vor der Herausforderung, ihren Mitarbeitern in Phasen des Lockdowns die Arbeit im Home-Office zu ermöglichen. Inzwischen arbeitet eine Vielzahl von Angestellten aus der steuerberatendenen Berufsgruppe vom heimischen Arbeitsplatz aus. Noch Ende 2019 war die Akzeptanz für Home-Office bei Kanzleiinhabern und Partnern mäßig bis gering. Mitarbeiter, die vom Home-Office aus arbeiten durften, waren deutlich in der Minderheit. Dies hat sich durch die Corona Krise grundlegend geändert. Wir wollten wissen:

  1. Wie zufrieden sind die Mitarbeiter in der Steuerbranche mit ihrer derzeitigen Arbeitssituation.
  2. Werden arbeitgeberseitig die Möglichkeiten für eine Home-Office-Tätigkeit erfüllt.
  3. Steht zu Hause ein fester Arbeitsbereich zur Verfügung.
  4. Wird die notwendige Arbeitsausstattung zur Verfügung gestellt.
  5. Sind die vorhandenen Kommunikationswege zufriedenstellend.
  6. Wie steht es mit der fehlenden persönlichen Kommunikation.
  7. Welche Kommunikationswege werden vorwiegend genutzt.
  8. Wie häufig wird vom Home-Office aus gearbeitet.
  9. Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Arbeit von zu Hause aus.

Randdaten

  • Befragungszeitraum: zwei Wochen 11. Januar bis 23. Januar 2021
  • Zielgruppe: Angestellte in der steuerberatendenen Berufsgruppe
  • Teilnehmer: 370 Mitarbeiter
  • Umfrageumfang: 1 Block mit insgesamt 10 Fragen (Multiple Choise/Antwort-Wahl-Verfahren).

 

Auf einen Blick

Zufriedenheit mit der Arbeitssituation

Die Befragung ergab, dass die überwiegende Mehrzahl der Mitarbeiter mit der derzeitigen Arbeitssituation relativ zufrieden bis sehr zufrieden ist. Lediglich 8,38 % sind relativ unzufrieden, und 3,51 % sehr unzufrieden mit ihrer Arbeitssituation.

 

Möglichkeiten zum Home-Office durch den Arbeitgeber

94,05 % der Befragten geben an, arbeitgeberseitig die Möglichkeit zum Home-Office zu erhalten. Lediglich 5,95 % der Befragten wird keine Möglichkeit gegeben, vom Home-Office aus arbeiten zu können.

Arbeitsbereich

Einem Großteil der Mitarbeiter, immerhin 82,43 % steht zu Hause ein fester Arbeitsbereich zur Verfügung. 17,57 % können die Frage nicht bejahen und wechseln den Arbeitsbereich häufiger am Tag.

 

Arbeitsausstattung

Immerhin 72,7 % der Mitarbeiter geben an, die notwendige Arbeitsausstattung zu Hause zu haben. 27,3 % verneinen dies. Über die individuellen Kommentare fehlt es in den meisten Fällen aus Sicht der Mitarbeiter an Druckern und/oder Scannern.

Zufriedenheit mit den vorhandenen Kommunikationswegen

Knapp 80 % der befragten Mitarbeiter empfindet die vorhandene Kommunikation als zufriedenstellend bis relativ zufriedenstellend. Knapp 10 % sind relativ bis sehr unzufrieden.

Wegfall der persönlichen Kommunikation

in großer Anteil der Befragten (42,9 %) ist der Auffassung, dass die fehlende persönliche Kommunikation gut durch alternative Kommunikationskanäle kompensiert wird. Ein ähnlich großer Anteil (42,08 %) empfindet die fehlende Kommunikation als sehr spürbar. Immerhin 15,03 % empfindet die fehlende persönliche Kommunikation als angenehm.

Genutzte Kommunikationswege

Spitzenreiter bei den genutzten Kommunikationswegen sind Email (86,65 %) gefolgt von Telefon (82,02 %). Lediglich 28,88 % nutzen das Medium der Web-Konferenzen (Microsoft Teams, Zoom etc.).

Herausforderungen im Homeoffice

Auf die Frage, was derzeit die zwei größten Herausforderungen im Home-Office darstellen steht an erster Stelle (35,75 %) die soziale Isolation, dicht gefolgt von der Kommunikation mit den Kollegen (35,75 %). Auch die Betreuung der eigenen Kinder nimmt einen großen Anteil ein (27,37 %). 17,32 % haben Probleme damit, einen regelmäßigen Zeitplan bzw. Tagesablauf einzuhalten. Aber auch ganz praktische Dinge, wie die Internetverbindung, eine gesunde Ernährung , Ablenkungen etc. kommen in der Befragung zum Tragen.. 

Häufigkeit der Home-Office-Tätigkeit

29,49 % arbeiten derzeit täglich vom Home-Office aus. Etwa die gleiche Anzahl (29,46 %) ungefähr zur Hälfte der Arbeitszeit. 20,27 % geben an, an fast allen Tagen vom Home-Office aus zu arbeiten. 17,03 % arbeiten selten vom Home-Office aus, lediglich 6,76 % geben an, nie von zu Hause aus zu arbeiten.

Fazit

Erwartungsgemäß ergeben sich die ein oder andere Probleme im Bereich der Kommunikation aus dem Home-Office heraus.

Die soziale Isolation macht vielen Mitarbeitern zu schaffen. Auch die fehlende Struktur kann zum Problem werden. Überraschend war für uns, dass im Vergleich relativ wenige Mitarbeiter und Kanzleien Web-Konferenzen als Kommunikationsmedium nutzen.

Damit Sie sich als Mitarbeiter nicht von der Kanzlei und den Kollegen abgekapselt fühlen, empfehlen wir, über entsprechende Tools (Gruppennachrichten und regelmäßige Videokonferenzen) in Kontakt zu bleiben.

Weiter sollten Führungskräfte der Kanzlei klar kommunizieren, was sie von jedem Mitarbeiter an den Tagen im Home-Office erwarten sowie Verfügbar- und Erreichbarkeit der Mitarbeiter klar definieren. Klare Vorgaben führen zu einer deutlich besseren Koordination von beruflichen und privaten Pflichten.

Außerdem sollten klare Wege der Kommunikationsmittel definiert werden.

Regelmäßige Web-Meetings, in denen die jeweilig beschlossenen Home-Office-Richtlinien reflektiert und ggf. neu definiert werden, sind aus unserer Sicht zwingend notwendig. 

Dabei sollten sich Mitarbeiter jeweils die folgende Fragen stellen:

  • Was sind die größten Herausforderungen, die während der Home-Office-Tätigkeit entstehen?
  • Was fehlt mir und meinen Kollegen aus der Kanzlei?
  • Wie schätze ich eine meine eigene Produktivität ein, hat sich etwas verändert und warum?
  • Ist die nötige technische Ausstattung für meine Home-Office-Tätigkeit vorhanden?

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Mitarbeitern, die an der Umfrage teilgenommen haben, sehr herzlich bedanken. 

Bleiben Sie in Kontakt und vor allem, bleiben Sie gesund!

Herzlichst

Ihre Susanne Pannenbäcker 

 

Die Kanzleiagentur

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